5 Fragen an... Michael Aichholzer, Vorstandsvorsitzender des Rings Österreichischer Bildungswerke

Michael Aichholzer ist Vorstandsvorsitzender des Rings Österreichischer Bildungswerke und Leiter des Kärntner Bildungswerks. In seiner Leitungsfunktion im Ring, führt er im Vorstand wichtige Entscheidungen für die Mitgliedsorganisationen des Rings herbei, welche in ganz Österreich unentwegt Arbeit in der Erwachsenenbildung und Freiwilligenarbeit leisten. Im Interview erzählt Michael Aichholzer wie er zur Erwachsenenbildung gekommen ist und was ihn täglich in seiner Tätigkeit motiviert.

Ring: Lieber Michael, wie erklärst du deine Tätigkeitsfelder in 1-2 Sätzen?
Michael Aichholzer (M.A.): Wir sind ein kleines Team, daher ist jeder universell gefordert. Meine Arbeit ist mit der eines Handwerkers vergleichbar: man muss alle Fertigungsschritte des „Werkstückes Erwachsenenbildung“ bewältigen, auch wenn man nicht alle gleich gut beherrscht. Meine „handwerklichen Schwachstellen“ werden dankenswerter Weise von meinen Kolleginnen mehr als kompensiert.

Ring: Wie bist du zur Erwachsenenbildung gekommen?
M. A.: Durch Zufall und ohne Absicht. Nach einem Bewerbungsgespräch bei einem anderen Unternehmen wurde mir vom damaligen Obmann des Kärntner Bildungswerks eine Stelle im Bildungswerk angeboten, das mir damals vollkommen unbekannt war. Knapp zwei Jahre später wurde mir die Geschäftsführung angeboten. Es hat wohl irgendwie gepasst.

Ring: Wie sieht ein typischer Tagesablauf in deiner Arbeit aus?
M. A.: Ein typischer Arbeitstag beginnt mit einem konkreten Arbeitsplan und endet mit der Frage, wo die Stunden hingegangen sind. Dazwischen liegt viel Administration, viele Besprechungen mit Kolleginnen, Netzwerk- und Kooperationspartnern und mit Ehrenamtlichen. Und 1x am Tag gibts zumeist einen Anlass um gemeinsam zu lachen. Und typischerweise, wenn auch nicht täglich, gehörten vor der Pandemie Treffen, Aussprachen, Sitzungen und Workshops mit Ehrenamtlichen dazu und bei der Gelegenheit eine erste Antwort auf die Frage, ob das Werkstück (siehe Frage 1) zu gebrauchen ist, oder nicht.

Ring: Was macht dir Freude an deiner Arbeit?
M. A.: Die Begegnungen mit engagierten und interessanten Menschen. Die Grundlage für viele erfreuliche Erfahrungen ist, dass wir mit Freiwilligen arbeiten, die etwas wollen, die ein Anliegen haben und etwas bewirken wollen. Deshalb ist in unserer Arbeit vielleicht mehr Emotionalität im Spiel, als wenn man sich „nur“ an von außen vorgegebene Lernziele zu halten hat, und die Emotion ist nicht immer, aber doch oft, eine freudvolle.

Ring: Wofür setzt du dich ein?
M. A.: Dafür, dass Erwachsenenbildung mehr ist als berufliche Qualifikation, Selbstoptimierung, Selbstbeschwichtigung und die Behebung von Mängeln des Schulsystems.