„Trotz Krise gemeinsam in und für Europa“

Live-Gespräch mit EU-Kommissar und Ring-Präsident Johannes Hahn

Der Einladung in den Online-Raum folgten am 18. Mai über 100 ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Ring-Mitgliedseinrichtungen aus allen Bundesländern.

Im Live-Gespräch mit unserem Präsidenten gingen wir gemeinsam der Frage nach, wie der Zusammenhalt der EU-Mitgliedsstaaten trotz Corona-Krise gefestigt werden kann und was wir aus der Krise lernen.

Eingangs erläuterte Kommissar Johannes Hahn, welche Themen die Europäische Union in den letzten Wochen der Corona-Pandemie beschäftigt hatten. Trotz des Vorhandenseins von Notfallplänen gab es zahlreiche Herausforderungen auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene, die es zu bewältigen galt.

Weltweit habe Europa die Krise bis dato gut gemeistert, wenn auch nicht in allen Ländern optimal. Als nötige Schlussfolgerung sieht Hahn die Notwendigkeit von einheitlichen und länderübergreifenden wissenschaftlichen Standards, um derartige Situationen besser beurteilen und konkreter einschätzen zu können. Solidarisches Handeln in und zwischen den EU-Staaten sei zurzeit besonders wichtig.

Die Krise müsse, so Johannes Hahn, auch als Chance gesehen werden, um bei künftigen Herausforderungen besser gewappnet zu sein. Es müsse beispielsweise mehr in Richtung einer weiteren Diversifizierung der Wirtschaft gehen. Die Krise sei ein „Weckruf“ gewesen, darüber nachzudenken, wie Europa unabhängiger von Zulieferungen aus anderen Ländern werden kann. Es sei nicht nur zu überlegen, welche Produktionsbereiche nach Europa verlegt werden könnten, sondern auch, welche Bereiche der Forschung und Entwicklung in Europa angesiedelt werden könnten.

Die politischen Prioritäten der Europäischen Union – Bildung, Digitalisierung, Klimapolitik und Wirtschaft – hätten sich durch die Corona-Krise nicht geändert, so der Kommissar.

In seiner Funktion als Präsident des Rings Österreichischer Bildungswerke betonte Johannes Hahn auch die Relevanz der demokratiepolitischen Bildung. Demokratie bedeute Mitreden, Mitbestimmen, Mitgestalten. Aufgabe der Bildungswerke sei es, den BürgerInnen Raum für Austausch und Diskussion anzubieten, Informationen zu vermitteln, die Kritikfähigkeit zu fördern und Menschen zur Beteiligung an der Demokratie zu motivieren, der Bildung käme bei der Bewältigung der Auswirkungen dieser Krise eine wichtige Rolle zu.

„Die Bildungswerke sind ein vitaler Bereich des Gemeindelebens und ein Goldschatz, den es zu heben und zu pflegen gilt“, mit diesen Worten bedankte sich unser Präsident vor allem bei den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die auch gerade jetzt in der Krise versuchen, in Kontakt mit den Menschen in den Gemeinden zu bleiben, digitale Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen und gemeinsam in und an der Krise zu lernen.