Bildung: Anpassung oder Emanzipation? (Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis)
Die Arbeiter*innenbewegung versteht Bildung als emanzipatorisch: nicht als Anpassung an bestehende Verhältnisse, sondern als Befähigung, diese zu hinterfragen und zu verändern. Sie ist bewusst interessengeleitet und stärkt insbesondere von Ungleichheit betroffene und nicht privilegierte Menschen darin, ihre eigenen Interessen zu erkennen und diese aktiv und praktisch im Kampf für eine bessere Gesellschaft zu vertreten – über die individuelle Urteilsbildung hinaus.
Boris Ginner ist Politikwissenschaftler und bildungspolitischer Referent der Arbeiterkammer Wien, wo er zu Politischer Bildung, Demokratie und Praktika arbeitet. Mit dem gemeinsam mit Günther Sandner herausgegebenen Sammelband „Emanzipatorische Bildung – Wege aus der sozialen Ungleichheit“ wurde er 2021 mit dem Bruno-Kreisky-Preis „Arbeitswelten – Bildungswelten“ ausgezeichnet und organisiert zudem seit 2021 die Ring-Vorlesung „Bildung – Demokratie – Ungleichheit“ an der Universität Wien.
Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst | Berggasse 17/1, 1090 Wien
Zoom: https://us06web.zoom.us/j/81693073193
Meeting-ID: 816 9307 3193, Kenncode: 834956
Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis im
Wintersemester 2026/27
Dieser Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis“. Im Wintersemester 2026/27 wird das Thema „Bis hierher und nicht weiter!? Halt und Haltung in der Erwachsenenbildung“ beleuchtet.
In der Erwachsenenbildung sind Haltung und Haltungsarbeit unter Druck geraten. Inhaltliche Positionen, kritische Reflexion und die Verpflichtung gegenüber Teilnehmenden treten hinter Qualitätsrahmen, institutionelle Vorgaben sowie politischen und finanziellen Druck zurück.
Gleichzeitig soll Erwachsenenbildung Krisen bewältigbar machen, neutral bleiben und zur kritischen Auseinandersetzung befähigen. Im Zwang zur Verwertbarkeit verliert Haltung an intellektuell und emotional an Bedeutung. Sie bietet keinen Halt mehr.
Wenn Erwachsenenbildung Haltung zeigt, kann sie Halt geben. Nicht für alle, aber für jene, die ihn benötigen. Sie muss nicht retten. Aber sie kann Räume für kritisches Denken eröffnen und an ihre Wurzeln in sozialen Bewegungen anknüpfen, die Bildung als demokratisches Recht verstehen. Mit intellektueller Disziplin und praktischer Kreativität kann sie Haltungen entwickeln, die mehr Halt bieten als die gegenwärtigen Bedingungen.
Konzept und Organisation:
- Barbara Gruber-Rotheneder: pädagogisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ring Österreichischer Bildungswerke
- Barbara Litsauer: Generalsekretärin des Instituts für Wissenschaft und Kunst, Lektorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
- Jan Niggemann: wissenschaftliche und pädagogische Leitung im Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung (oieb)
- Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen, Lehrbeauftragter für Genderstudies an der Universität Wien
- Veronika Wöhrer: Professorin für Bildung und Ungleichheit am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien
- lernraum.wien der Wiener Volkshochschulen
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Politik-Werkstatt des Rings statt.
Foto-Credit: iStock
- Veranstalter:
Ring Österreichischer Bildungswerke in Kooperation mit Partner*innen - Veranstaltungs Termin:
18.11.2026
19:00 - 21:00 Uhr - ReferentIn:
Boris Ginner, Politikwissenschaftler und bildungspolitischer Referent der AK Wien - Anwesenheit:
Hybrid - Kosten:
kostenlos
Weitere Veranstaltungen
Lehrgang Baukultur, Ortsbild und Raumplanung
Zur Veranstaltung
“ Vergessene Erinnerungen“ – Joachim Hainzl und die Wa…
Zur Veranstaltung