Fachgespräch „Halt & Haltung in der Erwachsenenbildung“ (Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis)
„Es gibt keine neutrale Bildung. Bildung ist entweder ein Instrument, das dazu dient, die junge Generation in die Logik des bestehenden Systems einzufügen und sich ihm anzupassen, oder sie wird zur ‚Praxis der Freiheit‘, die den Menschen befähigt, kritisch und schöpferisch seine Realität zu verwandeln.“ Paolo Freire
Erwachsenenbildung bewegt sich immer (auch) in einem Spannungsfeld: Sie kann Menschen dazu anhalten, sich bestehenden Verhältnissen anzupassen oder sie kann befähigen, ihre Realität kritisch zu hinterfragen und mitzugestalten. Diese Unterscheidung, die Paolo Freire als eine der zentralen Fragen von Bildungsarbeit überhaupt beschrieben hat, ist heute so aktuell wie damals: Zwischen Anpassungsdruck und Gestaltungswillen entscheidet sich, welche Rolle Bildung in einer Gesellschaft spielt.
Diesem Spannungsfeld widmet sich der Auftakt des neuen Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis.
Barbara Gruber-Rotheneder (Ring Österreichischer Bildungswerke), Angelika Hrubesch (lernraum.wien VHS Wien), Barbara Litsauer (IWK) und Stefan Vater (VÖV) bringen – moderiert von Jan Niggemann (oieb) – die Erfahrungen ihrer Einrichtungen ins Gespräch und geben Einblick darin, wie Erwachsenenbildung in Theorie und Praxis Halt bieten und Haltung zeigen kann.
Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst | Berggasse 17/1, 1090 Wien
Dieser Termin findet in Präsenz statt.
Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis im
Wintersemester 2026/27
Dieses Fachgespräch ist Teil der Veranstaltungsreihe „Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis“. Im Wintersemester 2026/27 wird das Thema „Bis hierher und nicht weiter!? Halt und Haltung in der Erwachsenenbildung“ beleuchtet.
In der Erwachsenenbildung sind Haltung und Haltungsarbeit unter Druck geraten. Inhaltliche Positionen, kritische Reflexion und die Verpflichtung gegenüber Teilnehmenden treten hinter Qualitätsrahmen, institutionelle Vorgaben sowie politischen und finanziellen Druck zurück.
Gleichzeitig soll Erwachsenenbildung Krisen bewältigbar machen, neutral bleiben und zur kritischen Auseinandersetzung befähigen. Im Zwang zur Verwertbarkeit verliert Haltung an intellektuell und emotional an Bedeutung. Sie bietet keinen Halt mehr.
Wenn Erwachsenenbildung Haltung zeigt, kann sie Halt geben. Nicht für alle, aber für jene, die ihn benötigen. Sie muss nicht retten. Aber sie kann Räume für kritisches Denken eröffnen und an ihre Wurzeln in sozialen Bewegungen anknüpfen, die Bildung als demokratisches Recht verstehen. Mit intellektueller Disziplin und praktischer Kreativität kann sie Haltungen entwickeln, die mehr Halt bieten als die gegenwärtigen Bedingungen.
Konzept und Organisation:
- Barbara Gruber-Rotheneder: pädagogisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ring Österreichischer Bildungswerke
- Barbara Litsauer: Generalsekretärin des Instituts für Wissenschaft und Kunst, Lektorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
- Jan Niggemann: wissenschaftliche und pädagogische Leitung im Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung (oieb)
- Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen, Lehrbeauftragter für Genderstudies an der Universität Wien
- Veronika Wöhrer: Professorin für Bildung und Ungleichheit am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien
- lernraum.wien der Wiener Volkshochschulen
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Politik-Werkstatt des Rings statt.
Foto-Credit: iStock
- Veranstalter:
Ring Österreichischer Bildungswerke in Kooperation mit Partner*innen - Veranstaltungs Termin:
13.10.2026
19:00 - 21:00 Uhr - ReferentIn:
Barbara Gruber-Rotheneder (Ring Österreichischer Bildungswerke)
Angelika Hrubesch (lernraum.wien VHS Wien)
Barbara Litsauer (IWK)
Stefan Vater (VÖV)
Jan Niggemann (oieb) - Anwesenheit:
Präsenz - Kosten:
kostenlos
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