Klausur der Pädagogischen Plattform 2026 in Kärnten/Schloss Krastowitz
24 Kolleg*innen aus dem Ring Österreichischer Bildungswerke machten sich Anfang September auf den Weg in den Süden Österreichs, nach Kärnten. Denn: vom 9.-11. September 2026 fand die diesjährige Klausur der Pädagogischen Plattform in Klagenfurt im Schloss Krastowitz statt.
Einblicke in den Hermagoras Verein und in die Geschichte des Landkinos
Am Mittwoch, dem ersten der drei verregneten Tage, gab es ein (alternatives) Einstiegsprogramm, das traditionell immer von der lokalen Mitgliedseinrichtung organisiert wird. Diesmal wurde es gestaltet vom Kärntner Bildungswerk. Die geplante Wanderung zum Thema „Spannende Karawanken – eine Wanderung zur Geschichte und zum Lebensumfeld der slowenischen Volksgruppe in Kärnten“, wurde aufgrund des unbeständigen Wetters abgesagt.
Stattdessen gab es Kaffee und Kuchen in der Geschäftsstelle des Kärntner Bildungswerks. Und Karl Hren stellte den Hermagoras Vereins/Mohorjeva družba vor. Er selbst ist Direktor des Vereins, der als älteste unabhängige Institution der Slowen*innen in Kärnten gilt und sich der Pflege und Förderung der slowenischen Sprache sowie dem guten Zusammenleben von Deutsch- und Slowenischsprachigen widmet. “Gemma Kino?! – Geschichte des Landkinos in Kärnten/Koroška“ hieß es danach im Kinomuseum. Die Sonderausstellung ist ein Lehrforschungsprojekt des Studiengangs Angewandte Kulturwissenschaft & Transkulturelle Studien (Universität Klagenfurt) in Kooperation mit dem Landesmuseum Kärnten.
Wirkungsforschung, gelingendes Lernen und Leitsätze als wichtige Aufgaben im Ring
Am Donnerstag startete ein inhaltlich intensiver, aber mit Blick auf den Regen auch gemütlicher Tag im Schloss Krastowitz (im Trockenen). Nach einem kurzen Warm-up zur Begrüßung – gestaltet von Doris Rottermanner (Pädagogische Referentin Ring/Kärntner Bildungswerk) – widmeten wir uns dem ersten inhaltlichen Thema: dem Projekt „Wirkungsforschung im Ring“. Barbara Gruber-Rotheneder (Pädagogisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ring) berichtete über das Vorhaben, das gemeinsam mit dem Ring/BhW NÖ und dem Forum/KBW Wien gestartet und vom oieb moderiert wird. Das Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse zur gesellschaftlichen Wirkung der Bildungsarbeit/des Bildungsehrenamts des Rings herauszufinden. Zusätzlich sollen fundierte empirische Erkenntnisse als Argumentationshilfe und für das eigene Selbstverständnis entstehen.
Irene Cennamo (Universität Klagenfurt, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Erwachsenenbildung) gab uns zum Thema „Gelingendes Lernen in der gemeinwesenorientierten Bildungsarbeit als notwendiges Lernen von Individuen und ganzer Gemeinschaften“ spannende Denkanstöße mit und begleitete die Klausur mit ihrer Expertise.
Nach der Mittagspause präsentierte Vanessa Spanbauer (Pädagogische Referentin Ring/AEBW) die finalen Leitsätze, die im November 2025 beschlossen wurden. Die Teilnehmer*innen erhielten anschließend die Aufgabe, sich konkrete Handlungsschritte oder Formate zu einem von fünf Leitsätzen zu überlegen, die direkt in die Bildungsarbeit übernommen werden könnten.
Ein Rückblick zur Ring-Tagung 2025 folgte als Einstieg in den nächsten Tagespunkt. Ein wichtiger Teil der Klausur ist die Entscheidung über das Thema der nächsten Ring-Tagung, das gemeinsam mit Ideen, Wünschen und der finalen Entscheidung durch die anwesenden Klausurteilnehmer*innen erfolgt. Danach stellte die Arbeitsgruppe Digitalisierung das seit heuer bestehende Format „Digi Coffee Breaks“, den „Lehrgang Online-Trainer*in KI-Edition“ und den KI AI Act für Ehrenamtliche und Hauptamtliche vor. Und nach dem Abendessen hielt die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit die (freiwilligen!) Teilnehmer*innen mit einem Quizformat bis 21 Uhr auf Trab!
Arbeitsgruppen-Ergebnisse, Freiwilligenpass und Ausblick
Am Freitag gaben die Arbeitsgruppen Statistik, Politische Bildung und Ring-Lehrgang „Gemeinwesenorientierte Erwachsenenbildung“ einen Überblick über ihre aktuellen Vorhaben. Danach präsentierte Barbara Gruber-Rotheneder wesentliche Entwicklungen aus der Arbeitsgruppe Kompetenzerfassung. Unter anderem wurde den Ring-Mitgliedseinrichtungen der digitale Freiwilligenpass gezeigt, wo sich Einrichtungen und freiwillig Engagierte registrieren, vernetzen und Kompetenznachweise für Ehrenamtliche ausstellen können.
Die oieb-Studie „Next level sustainability? Nachhaltigkeit als Thema und Aufgabe der Erwachsenenbildung“ und weitere Projektberichte aus dem Ring standen anschließend auf der Agenda. Und zu guter Letzt eine Vorschau auf das Arbeitsjahr 2026/27.
Die Klausur der Pädagogischen Plattform im Ring
Organisiert wurde die Klausur der Pädagogischen Plattform 2026 vom Pädagogischen Team des Rings: Barbara Gruber-Rotheneder (Pädagogisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin), Doris Rottermanner & Vanessa Spanbauer (Pädagogische Referentinnen).
Vielen Dank auch an alle Teilnehmer*innen für das angenehme und motivierende Zusammenarbeiten! Die Klausur 2026 in Klagenfurt bestätigte einmal mehr die Bedeutung des regelmäßigen fachlichen Austauschs für die Qualitätsentwicklung in der Erwachsenenbildung und stärkte unser bundesweites Netzwerk der Ring-Mitarbeiter*innen.
Fotos: (c) Rottermanner/Kärntner Bildungswerk und Ring Österreichischer Bildungswerke
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